Consent Management Reporting
27.04.2021

Apple iOS 14.5 mit App Tracking Transparency (ATT) dem Tracking Opt-Out ist da

Nachdem Apple in den vergangenen Jahren bereits das Tracking im Safari-Browser verunmöglicht hat, wurde gestern das iOS Update 14.5 veröffentlicht. Dieses Update bringt das umstrittene Feature App Tracking Transparency (ATT) mit, das ganz ähnliche Effekte auf Tracking im In-App Umfeld haben wird.

Nutzer*innen werden nach dem Update auf iOS 14.5 in allen Apps gefragt, ob sie dem Tracking zustimmen oder dies ablehnen wollen. Das sieht dann so aus:

Beispielfenster für Tracking Opt-In
Beispielfenster für Tracking Opt-In

Ein Teil des Texts lässt sich vom Publisher inhaltlich anpassen.

Einer aktuellen Erhebung der Analysesoftware Appsflyer zufolge, dürften nur rund 40% der Nutzer dem Tracking zustimmen («Allow»), während der Rest dies ablehnt. Die Zustimmungsraten variieren dabei je nach App-Kategorie stark (Quelle):

Entwicklung der ATT opt-in Rate
Entwicklung der ATT opt-in Rate (Quelle: Appsflyer)

Was bedeutet das für Advertiser?

In der Schweiz verfügt iOS über einen Marktanteil von über 50%. Davon dürften, wie die oben aufgeführte Daten von Appsflyer zeigen, rund die Hälfte dem Tracking nicht mehr zustimmen. Das bedeutet damit einen Verlust rund 25% der User.

Auf jeden Fall absehbar ist bereits, dass es noch schwieriger wird, zuverlässig Post-View Ergebnisse zu sammeln. Dies sind in erster Linie die Post-View Kampagnen-Ergebnisse (Landingpage Visits, Conversions, etc.), aber auch alle damit zusammenhängenden Funktionalitäten wie Frequency Capping, Audience Collection oder Ad-Sequencing. Diese Funktionen und ihre Messung werden nicht mehr zuverlässig möglich sein.

Wichtig ist, dass insbesondere im Bereich der Erfolgsmessung, die via Adserver und Analytics Reporting gesammelten Daten immer weniger die Realität abbilden. Aus diesem Grund wird es immer wichtiger, dass man für die Erfolgsmessung von Marketingmassnahmen auch Daten aus Primärsystemen (Order-Systeme, CRM, E-Mail Mailboxen, Anfrage-Tools etc.) ins Reporting einbezieht.

Equipe unterstützt sehr gern die Integration von solchen Primärsystemen ins Marketing-Reporting.

Nächste Schritte / Massnahmen

In erster Linie sind im Bezug auf die ATT Features von Apple die Publisher in der Verantwortung. Sie haben durch die Terminologie im Abfragefenster zumindest teilweise Einfluss auf die Opt-In Raten und damit auf die Qualität der Post-View Reportingdaten.

Weitere mögliche Massnahmen:

  • Überarbeitung der Customer Journey auf Kundenseite, höhere Priorität der Kundenidentifikation, dadurch frühere Möglichkeit von Marketing Automation
  • Smarte und automatisierte Custom Audiences anstatt Remarketing und Impression Retargeting
  • Nutzung der Features innerhalb von Walled Gardens (z.B. Google, Facebook)
  • Projekte in technischer Zusammenarbeit von Publisher und Adserver (Login-Allianzen / 1st und 2nd Party Daten)
  • Weitere Möglichkeiten liefern wir gern nach individueller Analyse

Ist eine Umgehung möglich?

Es gibt aktuell durchaus technische Möglichkeiten, weiterhin Benutzerprofile anzulegen, zum Beispiel durch Fingerprinting oder ähnliche technische Massnahmen, und damit ATT / ITP zu umgehen. Diese Möglichkeiten sind jedoch umstritten und auch nicht im Sinne der Benutzer*innen. Equipe verzichtet aus diesem Grund auf deren Einsatz und empfiehlt, sich den geänderten Rahmenbedingungen anzupassen, und die Privatsphäre der Nutzer zu beachten.

Bild-Credentials: Artikelbild von Niels Epting / Lizenziert unter CC BY-ND 2.0

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Sandro Feuillet

Ich kümmere mich darum, dass Kampagnen und Erfolge korrekt gemessen werden und diese Daten dann in einfach verständlichen und übersichtlichen Reports zur Verfügung stehen. Als Zahlenmensch mit Technik-Background mag ich es wenns funktioniert. Privat bin ich ganz Familienmensch und nehme mit meinen Kindern gern im Camper Abstand von der digitalen Welt.

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